Einführung in das Zentralinstitut für Medizintechnik an der TU München

Die Gesellschaft steht vor komplexen Herausforderungen und Problemen: Wie können wir in einer älter werdenden Gesellschaft ein menschenwürdiges Leben sichern und körperliche Einschränkungen behandeln? Wie können Erkrankungen, die durch die Zivilisation (Fehlende Bewegung, falsche Ernährung, Umwelt) bedingt sind, behandelt werden? Wie begegnen wir chronischen Erkrankungen und Infektionen, die zunehmend resistent gegen bisherige Medikamente sind? Wie kann all dies geschaffen werden, ohne unsere Gesundheitssysteme finanziell ausufern zu lassen?

Bei der Beantwortung dieser Fragen spielt die Medizintechnik eine zentrale Rolle: hier werden Verfahren und Geräte erforscht, die in der Prävention von Erkrankungen ebenso eingesetzt werden, wie in der Diagnostik, der Therapie und der Rehabilitation. Medizintechnik betrifft alle Bereiche biologischer Gewebe, vom Molekül, zur Zelle bis zum ganzen Menschen.

Die Medizintechnik ist demnach ein Wissenschaftsgebiet, das nahezu alle Disziplinen einschließt: die Medizin, die Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik), die Ingenieurwissenschaften, die Mathematik und Informatik.

Die Technische Universität München hat die Verschränkung dieser Disziplinen genutzt und bereits vor zehn Jahren ein zentrales Wissenschaftliches Institut für Medizintechnik (genannt IMETUM) am Forschungscampus Garching gegründet. Hier können zahlreiche wissenschaftliche Arbeitsgruppen aus allen Disziplinen medizintechnische Themen erforschen und Produkte sowie Verfahren entwickeln, die später in der Klinik eingesetzt werden. Besonderer Wert wird dabei auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Gruppen untereinander gelegt.

Selbstverständlich kann das IMETUM nicht alle medizintechnischen Arbeitsgruppen der TU München exklusiv aufnehmen: An der TU München werden heute nahezu alle Themengebiete der Medizintechnik bearbeitet, von der genetischen und molekularen Grundlagenforschung über die Zellphysiologie, Organersatz, Implantate, minimal-invasive Chirurgie, Navigation und Robotik, Bildgebung bis hin zur Rehabilitation.

Das Zentralinstitut für Medizintechnik präsentiert die medizintechnischen Kompetenzen und Ergebnisse der TU München nach außen und schafft eine zentrale Infrastruktur für ausgewählte gemeinsame Projekte. Damit wurde eine TUM-weite Marke geschaffen, unter der hochwertige wissenschaftliche Projekte der Medizintechnik durchgeführt werden. Besonders erwünscht sind interdisziplinäre Vorhaben in Forschung und Lehre, einerseits mit Partnern aus Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie andererseits aus Life Science und Medizin. Nahezu alle Arbeitsgruppen haben ihre Partner am Klinikum rechts der Isar, dem Universitätsklinikum der TU München. Die Infrastruktur des IMETUM umfasst eine zentrale Kontaktstelle sowie Arbeitsräume für Wissenschaftler einschließlich zentraler, gut ausgestatteter Laborräume.